Verkehrsstatistik


Zürich, Basel, Bern, Luzern, St.Gallen Schweiz
Schweizer Strassen immer verstopfter
BERN. 3,1 Prozent mehr Verkehr im Jahr 2011: Das zeigen die Berechnungen von 4TREND. Die Schweizer Strassen geraten an die Grenzen ihrer Kapazität. Für einen massiven Ausbau fehlt jedoch das Geld.

7,34 Millionen Fahrzeugbewegungen wurden im letzten Jahr im Schnitt pro Tag auf Schweizer Strassen registriert – ein Plus von 3,1 Prozent. Das geht aus der Auswertung der 207 Messstellen von 4TREND und 20 Minuten hervor. Am stärksten befahren sind die Autobahnen. Noch mehr Verkehr können sie kaum mehr schlucken: Den Bareggtunnel passierten 2011 täglich 121 800 Fahrzeuge – 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie an den neuralgischen Stellen der A1, einer der am stärksten befahrenen Strassen der Schweiz, nahm der Verkehr nur noch unterdurchschnittlich zu. Das deutet darauf hin, dass etliche Lenker wegen chronischer Überlastung auf Nebenstrassen ausweichen. Insgesamt hat sich das Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen seit 1990 verdoppelt, ohne dass diese entsprechend ausgebaut worden wären.

Mehr Staus

Die Folgen sind zum grossen Ärger der Lenker eindeutig: Bereits 2010 standen sie 15 910 Stunden im Stau – ein Drittel häufiger als im Jahr zuvor. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht: «Um sämtliche Engpässe zu beseitigen, würden wir 19 Milliarden Franken benötigen», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Das Parlament hatte dafür nur 5,5 Milliarden Franken gesprochen. Davon sind 1,5 Milliarden bereits eingeplant – für das laufende Bauprojekt Blegi auf der Autobahn Luzern–Zürich und den Ausbau des Wiggertaler Autobahnkreuzes auf sechs Spuren. Eine Abhilfe könnten die geplanten Massnahmen des Bundesrats schaffen: Bei viel Verkehr will er, dass die Fahrzeuge auf knapp einem Drittel der Autobahnen nur noch 100 oder 80 km/h fahren dürfen. Zudem soll ein Teil der Pannenstreifen als Fahrbahnen genutzt werden können (siehe Box). «Wir hoffen, dass wir den Verkehrsfluss so verbessern können», sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard im Januar. hpa

Pannenstreifen als Fahrspur

BERN. Innerhalb der nächsten acht Jahre will der Bund auf 125 Autobahnkilometern den Pannenstreifen zur zusätzlichen Spur ausbauen. Freigegeben werden soll der neue Fahrstreifen dann, wenn der Verkehrs ins Stocken kommt. Ein Pilotprojekt im letzten Jahr in der Westschweiz zwischen Ecublens und Morges hat gezeigt, dass es damit zu weniger Staus und weniger Unfällen kommt. «Das hat sich sehr bewährt», erklärt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach.

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